Psychische Erkrankungen 2017-02-10T09:07:55+00:00

Fokus Psyche: Die „unsichtbare“ Last

Psychische Leiden haben erhebliche wirtschaftliche und gesundheitspolitische Auswirkungen. Nur ein Teil der Betroffenen wird adäquat behandelt.

Wissenswertes über psychische Erkrankungen

Psychische Störungen werden im medizinischen Kontext im ICD-10 erfasst (International Classification of Dissenses). Im Folgenden sind nicht alle psychischen Störungen aufgeführt (mehr Informationen zum ICD-Code)

Ängste kennt jeder Mensch! Eine bedrohliche Situation löst dabei körperliche Reaktionen, wie Herzrasen, Schwindel, Zittern oder Schweißausbrüche aus.

Bei Angst- und Panikstörungen geht das Erleben über eine natürliche bedrohliche Situation hinaus. Es handelt sich dabei um frei flottierende Ängste, Phobien oder Panik. Angst wird als Krankheit bezeichnet, wenn sie unangemessen stark oder anhaltend ist. Zudem wenn sie ohne ausreichenden Grund auftritt und nicht mehr kontrolliert werden kann oder Leid verursacht.

Angst zählt zu den hemmenden Gefühlen, die den Kontaktprozess unterbrechen. In der Gestalttherapie wird Angst auch als „Verräter der eigenen Bedürfnisse“ bezeichnet.

Burnout zählt nicht zu den klinischen Diagnosen, sondern ist ein sozial- und arbeitspsychologisches Konstrukt, dass in den 70er Jahren entstanden ist.

Es ist von einem Burnout-Syndrom die Rede, da es sich um eine Vielzahl an verschiedene auftretenden Symptomen handelt, ohne dass die Entstehung im Detail bekannt ist. Burnout wird als Resultat einer chronischen Arbeits- und interpersonellen Stressbelastung beschrieben. Das Ausbrennen kann als Prozess beschrieben werden, der in verschiedenen Phasen abläuft. Merkmale sind emotionale Erschöpfung, Depersonalisierung/Zynismus und eine empfundene reduzierte Leistungsfähigkeit.

Zentrale Symptome eines Burnout-Syndroms sind Gefühl der emotionalen Leere, Verlust der Lebensfreude und Zuversicht, deutlich eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit, Schlafstörungen, Rückzug aus dem sozialen Umfeld und Überforderung.

Laut WHO handelt es sich bei Depressionen um das viertgrößte Gesundheitsproblem weltweit. Mindestens 20% der Frauen und 12% der Männer weltweit leiden im Laufe ihres Lebens unter Depressionen.

Eine Depression kann durch viele unterschiedliche Faktoren (Krisen, genetische Faktoren, biologische Faktoren, Medikamente, körperliche Erkrankungen, etc.) ausgelöst werden.

Die Betroffenen leiden unter einer gedrückten, pessimistischen Stimmungslage und Niedergeschlagenheit, aus der sie sich nicht selbst befreien können. Symptome sind Interessenverlust, Antriebslosigkeit, ängstliche Grundstimmung, Müdigkeit, Druckgefühle in der Brust, Schlafstörungen, Denkhemmung und Grübelneigung, herabgesetzte Konzentrationsfähigkeit, mangelnder Selbstwert und Selbstvertrauen.

Manie und Bipolare affektive Störung

Zu den affektiven Störungen zählen neben der Depression, die Manie und die Bipolare affektive Störung.

In der Manie kommt es zu euphorisch-gehobener oder gereizter Stimmung. Symptome sind Stimmungshoch, Antriebssteigerung, Selbstüberschätzung, fehlendes Krankheitsgefühl, Verlust sozialer Hemmungen, vermindertes Schlafbedürfnis.

Bei bipolaren affektiven Störungen wechseln sich Euphorie (Manie) und die Depression in Intervallen ab.

Essstörungen zeichnen sich durch ein gestörtes Essverhalten aus, dass mit der Aufnahme an zu großer oder zu niedriger Nahrungsmengen einhergeht. Es gibt viele Unterformen gestörten Essverhaltens. Im klinischen Kontext werden jedoch unterscheiden die Magersucht, Bulimie, Bing-Eating und Adipositas (Übergewicht).

Essstörungen sind häufig begleitet von anderen psychiatrischen und psychosomatischen Erkrankungen, wie depressive Störungen, Angststörungen, Suchterkrankungen, bestimmte Persönlichkeitsstörungen, selbstverletzende Verhalten und Suizidalität, Boderline-Störung.

Mehr Informationen zu Essstörungen und Entwicklungsphasen finden Sie unter www.lebenshunger.net

Psychosomatische Beschwerden bedeuten für die Betroffenen ein körperliches Leiden ohne eine ausreichende organische Ursache. Die körperlichen Beschwerden werden durch psychische und psychosoziale Belastungen hervorgerufen.

Eine Trennung von psychosomatischen und rein psychischen oder somatischen Erkrankungen wird heute nicht mehr vorgenommen. Körperliche Erkrankungen haben Einfluss auf die Seele und seelische Belastungen haben eine beeinträchtigende Wirkung auf den Körper.

Sucht und Suchterkrankungen sind psychische Abhängigkeiten, die mit einem dranghaft erlebten Verlangen einhergehen. Unterschieden wird zwischen Abhängigkeit und Missbrauch (schädlicher Gebrauch). Neben einer psychischer Abhängigkeit kann es auch zu einer körperlichen Abhängigkeit kommen, die sich in Entzugserscheinungen wie Unruhe oder Angst ausdrückt.

Sucht hat viele Gesichter und dient dazu, innere Spannungen, Unruhe und eine innere Leere zu bewältigen. Es besteht eine Unfähigkeit im Umgang mit den eigenen Gefühlswelten und -ausdruck. Sucht verhindert durch Kontaktunfähigkeit wichtige Beziehungserfahrungen und hinterlässt Spuren von ungelebten Lebens.

Zu den Substanzen zählen Alkohol, Tabak, Koffein, Beruhigung- und Schlafmittel und illegale Drogen. Zum Suchtverhalten zählen auch nichtsubstanzgebundene Abhängigkeiten, wie Spielsucht, Internet- und Mediensucht, Arbeitssucht, Sexsucht, Kleptomanie und Pyromanie.

Zwänge kennen auch viele gesunde Menschen, beispielsweise wie das Bedürfnis nach übertriebener Sauberkeit oder einer bestimmten Ordnung.

Zwangsstörungen stehen den Angststörungen sehr nahe und die Handlungen führen zu einer deutlichen Beeinträchtigung des Alltags. Es besteht der innere Drang, bestimmte Dinge zu denken oder zu tun. Die Handlungen führen dazu, die übermäßige Anspannung und Angst zu beruhigen.

Die Häufigkeit von Zwangshandlungen sind variabel und können von einem periodischen Rhythmus bis zu einer dauerhaften Frequenz anhalten.